Landeshauptarchiv Koblenz

Das Landeshauptarchiv Koblenz ist zuständig für die obersten Landesbehörden. Es ist das Ministerialarchiv des Landes und das zuständige Regionalarchiv für das nördliche Rheinland-Pfalz (im Gebiet der früheren Regierungsbezirke Koblenz und Trier); die Zuständigkeit erstreckt sich auch auf die Archivalien der früher in diesem Bereich bestehenden Staaten, Länder und Institutionen.

Ferner kann das Landeshauptarchiv unter bestimmten Voraussetzungen Archivgut von kommunalen Gebietskörperschaften, Verbänden, Parteien, Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen betreuen.

Aktuelles

Quellen zur Friedensbewegung im Landeshauptarchiv Koblenz

Die Friedensbewegung ist eine der größten Protestbewegungen in Deutschland „hat aber nur sehr wenige eigene Archive hervorgebracht und noch weniger erhalten können.“ (vgl. Archivar, 70/2, 2017, 135). Daher ist es ein großer Gewinn für die zeitgeschichtliche Forschung, dass die 1979 gegründete „Friedensinitiative Rhein-Hunsrück (FI) – Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.“ ihr Archiv dem Landeshauptarchiv Koblenz übergeben hat. Die Unterlagen wurden als Bestand 661,053 unverzüglich erschlossen. Sie sind über http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de/ recherchierbar und im Lesesaal zugänglich. Nicht nur für Rheinland-Pfalz, das bis heute vom Militär geprägt ist, wird damit ein wichtiges Stück Zeitgeschichte nachvollziehbar. In den 1980er Jahren, der Zeit nach dem NATO-Doppelbeschluss, trat die Friedensinitiative gegen die Aufstellung von Cruise Missiles im Hunsrück ein. Sie engagierte sich mit Informationsveranstaltungen und gewaltlosen Protestaktionen in der Region. Bundesweite Beachtung fand eine von ihr mit organisierte Menschenkette von Hasselbach nach Duisburg. Der friedliche Protest gipfelte 1986 in einer Großdemonstration gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland an der Baustelle der Atomwaffenbunker bei Hasselbach und Bell.