Der 31. August 1897. Einweihung des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Koblenz

Am 31. August 1897 fand die feierliche Einweihung des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Koblenz statt. Das aufgrund der Initiative eines Koblenzer Komitees aus dem Jahre 1888 errichtete Denkmal war das Ergebnis einer jahrelangen Diskussion über Standort und Aussehen. Trotz zahlreicher Probleme bei der baulichen Umsetzung und der deutlichen Überschreitung des Kostenrahmens konnte die vorgesehene pünktlich durchgeführt werden. Die Feierlichkeiten, die in Anwesenheit des Kaiserpaares und zahlreicher anderer namhafter Persönlichkeiten am Deutschen Eck stattfanden, lösten auch in der Koblenzer Bevölkerung Begeisterung aus.  

Nachdem der Kaiser am 12. November 1894 das Gipsmodell, das aufgrund seiner Einwendungen mehrmals geändert werden musste, genehmigt hatte, begannen die Bauarbeiten am Deutschen Eck. "Auf einem terrassenförmig ansteigenden Gelände sollte auf der von einer Pergola umgebenen Säulenhalle ein Reiterstandbild des Kaisers stehen, links neben ihm eine geflügelte weibliche Person als Friedensgenius." Hierfür war eine deutliche Vergrößerung der Landzunge zwischen Rhein und Mosel durch erhebliche Erdaufschüttungen möglich. Obwohl sich auch diese Arbeiten als schwieriger herausstellten als ursprünglich vermutet, konnte der bei der Vergabe der Bauanträge anvisierte Termin für die Fertigstellung eingehalten werden. Am 31. August 1897 konnte die feierliche Einweihung des Denkmals, das Kosten in Höhe von rund 1 ? Millionen Mark verursacht hatte, stattfinden.

Von einigen kleineren Schäden abgesehen, die aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stammten, blieb das 14 m hohe Reiterstandbild, das aus Kostengründen aus Kupferblech angefertigt worden war, unversehrt erhalten. Erst in den letzten Kriegstagen wurde es sehr stark zerstört "und schließlich ein Opfer der Buntmetallbeschaffung". Das stolze Reiterstandbild wurde eingeschmolzen, lediglich der Kopf, die aufgeschüttete Landzunge und der imposante Steinsockel blieben erhalten. Die Ruine des Denkmals wurde am 18. Mai 1953 von dem damaligen Bundespräsidenten der jungen Bundesrepublik Deutschland als "Mahnmal der Deutschen Einheit" eingeweiht. Trotzdem gab es immer wieder Überlegungen zur Wiedererrichtung des Denkmals. Nach langen Diskussionen und der Kostenübernahme durch das Ehepaar Dr. Werner und Anneliese Theisen wurde ein Nachguss des Standbildes am 2. September 1993 auf den Sockel gesetzt. Am 25. September fand die Einweihung statt.

Quellen

Literatur

  • M. Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz 1814/1914, Koblenz 1922    
  • F.-J. Heyen: Spuren der Geschichte. Wegweiser Mittelrhein, Heft 11, Koblenz 1998
  • G. Kießling: Kaiser Wilhelm-Denkmal, in: Zeugnisse Rheinischer Geschichte. Urkunden, Akten, Bilder aus der Geschichte der Rheinlande. Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Neuss 1982, S. 92 - 94
  • A. Laumann: Das Denkmal Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck. Zur Baugeschichte des Kaiserdenkmals für die Rheinprovinz, in: Landeskundliche Vierteljahrsblätter, Jg. 21, Trier 1975, S. 165 - 175

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