Der 16. November 1959. Gründung des Landeskuratoriums Unteilbares Deutschland

Am 16. November 1959 wurde in Mainz das Landeskuratorium "Unteilbares Deutschland" gegründet. Wie das bereits seit 1954 bestehende Bundeskuratorium machte es sich das überparteiliche Gremium zur Aufgabe, das Bewusstsein über die Teilung Deutschlands wachzuhalten und die Bemühungen um eine Wiedervereinigung zu unterstützen und zu stärken. 31 Jahre lang erfüllte das Landeskuratorium seine vor allem bildungspolitische Aufgabe, die mit dem Erreichen der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 erfüllt war. Dementsprechend löste sich das Landeskuratorium am 15. Dezember 1990 auf.

Am 16. November 1959 fand in Mainz im Kurfürstlichen Schloss die Gründungsversammlung für das Landeskuratorium Rheinland-Pfalz " Unteilbares Deutschland" statt. Zuvor hatte sich bereits am 14. Juni 1954 in Bad Neuenahr die "Volksbewegung für die Wiedervereinigung Deutschlands" in Form eines Kuratoriums konstituiert. Dieses Bundeskuratorium dessen Vorstand aus Thomas Dehler, Walter Freitag, Jakob Kaiser, Erich Ollenhauer und Friedrich Spennrath gebildet wurde, verstand sich als überparteilicher Zusammenschluss führender Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Geistesleben, "um den Gedanken der Wiedervereinigung zu vertiefen, den Zusammenhalt zwischen den getrennten Teilen Deutschlands zu stärken und der Bevölkerung Mitteldeutschlands wie dem Ausland durch gemeinsames Handeln den Willen der deutschen Bevölkerung zur Wiedervereinigung zu bekunden." Am 18. Juli trat das Kuratorium in Berlin zu seiner 2. Tagung zusammen. Dabei wurde die in Bad Neuenahr begonnene Konstituierung durch die einstimmige Wahl des ehemaligen Reichstagspräsidenten Paul Löbe zum Präsidenten abgeschlossen und die Voraussetzungen für die tägliche Arbeit geschaffen.

Im Spiegelsaal des Kurfürstlichen Schlosses wurde Innenminister Wolters zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Stellvertretende Vorsitzende wurden die Landtagsabgeordneten Kuhn (SPD), Wallauer (FDP) und Dr. Kohl (CDU). Ministerpräsident Altmeier betonte in seiner anschließenden Rede, wie positiv es zu bewerten sei, dass bei der Gründungsveranstaltung die Vertreter aller demokratischen Parteien anwesend seien und "das neue Kuratorium zugleich von allen Verbänden und Vereinigungen getragen wird, die in unserem Land das öffentliche demokratische Leben repräsentieren. ... Wenn nämlich das Kuratorium seine Aufgaben erfüllen soll, dann muß es vielmehr zu einer geistigen Bewegung werden, die das ganze Staatsvolk erfaßt. Denn die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes ist eine Aufgabe, zu deren Erfüllung ein jeder aus unserem Volk aufgerufen und auch notwendig ist."

Die folgenden Tätigkeitsberichte zeigten aber, dass die Organisationsstrukturen des Landeskuratoriums nur sehr langsam aufgebaut werden konnten und die tägliche Arbeit nicht allein von den mangelnden finanziellen Grundlagen behindert wurde. Die Gründung des Landeskuratoriums war durch die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für staatsbürgerliche Bildung in Rheinland Pfalz möglich geworden. In den Räumlichkeiten des Instituts wurde die Geschäftsstelle des Kuratoriums eingerichtet und auch die personelle Ausstattung wurde durch das Institut gewährleistet. Diese Personalunion führte mit wachsendem Arbeitsvolumen zu immer deutlicheren Schwierigkeiten, da es zu "Terminüberschneidungen und zeitlichen Schwierigkeiten bei der Erledigung der oft sehr kurzfristig gestellten Aufgaben" kam. Diese Anlaufprobleme, die sich auch in dem immer wieder auftretenden Mitarbeitermangel bei den ehrenamtlichen Arbeitsbereichen zeigte, konnten Anfang 1962 durch die Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers entschärft werden. In dieser Anfangszeit machte das Kuratorium in erster Linie mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die durch das Bundeskuratorium angestoßen worden waren, wie Friedensstafetten oder Fackelumzügen, auf seine Anliegen aufmerksam.

Quellen

Literatur

  • H.-G. borck (Hg.): Beiträge zu 50 Jahren Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz. Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Bd. 73, Koblenz 1977
  • P. Haungs (Hg.): 40 Jahre Rheinland-Pfalz. Eine politische Landeskunde, Mainz 1986
  • Leo Kreuz: Das Kuratorium Unteilbares Deutschland. Aufbau - Programmatik - Wirkungen, Opladen 1980

 

 

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