Der 6. September 1952. Ein Blick in die Trierische Landeszeitung

Ein Blick in die Wochenendausgabe der "Trierischen Landeszeitung" vom 6. September 1952 bietet ein sehr vielfältiges Bild des Alltagslebens der Menschen in der ältesten Stadt Deutschlands und ihrer Umgebung vor 50 Jahren. Abgesehen von der Titelseite, die den aktuellen landes- und vor allem bundespolitischen Neuigkeiten vorbehalten war, bestimmten die regionalen Ereignisse die Berichterstattung. Die Vorbereitungen auf die bevorstehende Kommunalwahl, der Stand der Bekämpfung einer ansteckenden Krankheit, die Erfolge der Trierer Handwerker auf einer internationalen Messe und die Höhepunkte des Freizeitprogramms für das Wochenende standen hier im Mittelpunkt.

In einem anderen Artikel konnten die Einwohner von Trier über die Paratyphus-Erkrankungen beruhigt werden, die im Laufe der Woche aufgetreten waren. Die insgesamt über 40 Fälle dieser Erkrankung, die wahrscheinlich durch den Verzehr von Lebensmitteln hervorgerufen worden waren, die mit Typhuserregern infiziert waren, hatten eine große Besorgnis hervorgerufen. Eine Eindämmung konnte allerdings schnell erreicht werden, so dass mit weiteren Erkrankungen nicht gerechnet wurde. Ebenfalls sehr erfreulich waren die Berichte über die Ergebnisse der internationalen Handwerksmesse in Saarbrücken. Die Trierer Handwerker, die hier mit einem eigenen Stand vertreten gewesen waren, fanden besondere Beachtung. Zahlreiche Firmen und Betriebe wurden für ihre "hervorragenden Leistungen" ausgezeichnet. "Die Erfolge der Trierer Aussteller sind um so höher zu bewerten, als außer den 23 Goldmedaillen, die in den Handwerkskammerbezirk Trier fielen, nur noch 12 weitere Goldmedaillen an Aussteller verliehen wurden. ... Wieder einmal haben die Trierer Handwerksmeister ihr großes Können unter Beweis gestellt."

Auf Seite 4 findet sich schließlich ein Artikel über ein Problem, das die Wein anbauende Region rund um Trier besonders betraf. Es wurde beklagt, dass der "Kriegszuschlag" von 3 DM auf jede Flasche Sekt immer noch nicht abgeschafft sei, zumal hierin die Hauptursache liege, dass heimische Winzer über ihre Sekte keinen ausreichenden Absatz fänden. "Vergeblich haben sich die beteiligten Arbeiter und Betriebsräte der Sektkellereien ihre Stimme erhoben, vergeblich ringen große Mengen von Winzern - namentlich an Saar und Mosel - um den Absatz der für die Sektherstellung ganz besonders geeigneten Erzeugnisse. Der Kriegszuschlag auf Sekt hat sich hier auch volkswirtschaftlich als ein ausgesprochener Schädling erwiesen."

Quellen 

Literatur 

  • K. Düwell, F. Irsigler (Hg.): Trier in der Neuzeit. 2000 Jahre Trier, Bd. 3, Trier 1988
  • K.-H. Rothenberger: Krieg-Hungerjahre-Wiederaufbau, in: Rheinland-Pfalz entsteht. Beiträge zu den Anfängen des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz 1945 - 1951, hg. v. F.-J. Heyen (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Bd. 5), Boppard 1994, S. 79 - 104
  • E. Zenz: Die Stadt Trier im 20. Jahrhundert, Trier 1981
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