Der 3. Oktober 1453. Nikolaus von Kues

Mit dem 3. Oktober 1453 ist ein Schreiben Nikolaus von Kues an den Erzbischof von Trier datiert, in dem Details über den Bau eines Armenhospitals in Kues an der Mosel geregelt werden. Trotz seines kometenhaften Aufstiegs vom Bürgersohn zum Kirchenfürsten blieb der berühmte Kardinal ein Leben lag eng mit seiner Heimatgemeinde verbunden, der er eine wohldotierte karitative Stiftung überträgt. Nach seinem Tod wird hier sein Herz eine letzte Ruhestätte finden und die wertvolle Bibliothek des Kirchfürsten bis heute zugänglich bleiben.

"Als Jurist, als universal gebildeter, vielseitig interessierter Denker und Gelehrter, als Theologe und Philosoph, als Reformer der Kirche, als leidenschaftlicher Prediger und Seelsorger, als Diplomat in erzbischöflichen und päpstlichen Diensten, als Fürstbischof und Kardinal hat er weit über die Grenzen seiner moselländischen Heimat hinaus gewirkt. Als Stifter eines Armenhospitals hat er sich in seinem Geburtsort ein Denkmal gesetzt, das die Erinnerung an ihn lebendig hält."

Nikolaus von Kues wurde 1401 als Sohn des wohlhabenden Schiffers und Kaufmanns Johann Krebs (Cryfftz Hennen) und seiner Frau Katharina geb. Roemer in dem kleinen Moselort Kues geboren. Die Familie gehörte dem aufstrebenden Bürgertum an und erfreute sich hohen Ansehens. Ob der ungewöhnliche Aufstieg vom Bürgersohn zum weltberühmten Kirchenfürsten tatsächlich mit einer Ausbildung bei den Fraterherren vom Gemeinsamen Leben in Deventer in Holland begann, ist urkundlich nicht belegt. Das erste gesicherte Datum ist die 1416 erfolgte Eintragung in die Matrikel der Universität Heidelberg. Bereits ein Jahr später ging Nikolaus nach Padua an die seit 1228 bestehende bedeutende Universität, deren Rechtsfakultät zu dieser Zeit eine nicht geringe Berühmtheit hatte. Wie Nikolaus auch in seiner Lebensbeschreibung berichtet, wurde er bereits kurz vor Vollendung seines 22. Lebensjahres zum Doktor des Kirchenrechts erhoben und schloss damit 1423 sein Studium ab. Seit Frühjahr 1425 studierte Kues an der Kölner Universität Theologie und Philosophie, nachdem er kurz vorher in die Dienste des Trierer Erzbischofs Otto von Ziegenhain getreten war. Hier kam er durch seine "Gelehrsamkeit" sehr schnell zu Ansehen und Berühmtheit. Die nach seiner Rückkehr aus Italien einsetzende Ausstattung mit gut dotierten Kirchenämtern, wie 1427 beispielsweise das Dekanat am Stift St. Florin in Koblenz, sorgte für die finanzielle Absicherung seiner Karriere.

Neben seinem vielfältigen Wirken und den unzähligen Verdiensten vergaß Nikolaus von Kues aber nie sein kleines Heimatdorf an der Mosel. Noch zu Lebzeiten ihres Vaters, der vermutlich Ende 1449 oder Anfang 1450 starb, hatten Nikolaus und seine Geschwister sich darauf verständigt, das zu erwartende Erbe (Äcker, Weinberge, Häuser) für ein Armenhospital zu stiften. Nach eigenen Angaben des Stifters waren insgesamt 10.000 Gulden für den Bau verwendet worden. In einem Schreiben des Kardinals vom 3. Oktober 1453 an Erzbischof von Trier kommen seine intensiven Bemühungen um diese karitative Stiftung und seine Sorge um den Fortschritt des Baus zum Ausdruck. Mit dem 3. Dezember 1458 ist schließlich die eigentliche Stiftungsurkunde des Kirchfürsten datiert. Sie enthält im Wesentlichen die "Vorschriften des Stifters für die innere Ordnung der Einrichtung, die er aus Sorge um sein Seelenheil gestiftet hat." Hier wurde festgelegt, dass insgesamt dreiunddreißig arme und unbescholtene Männer über fünfzig Jahre Aufnahme im Hospital finden sollten, wo sie bis zu ihrem Lebensende versorgt werden konnten. Bis ins kleinste Detail wurden die rechtlichen Bedingungen und die Vorrausetzungen für den Alltag in dieser Urkunde festgelegt. Auf dieser Grundlage überstand das Armenhospital in Kues alle Stürme der Geschichte bis heute.

Wie wichtig diese Stiftung Nikolaus von Kues gewesen ist und wie sehr er sich seinem Heimatort bis zum Tod verbunden fühlte, zeigt auch, dass sein Herz auf seinen eigenen Wunsch hin in der Kapelle des St. Nikolaus Hospitals begraben wurde, während sein Körper in seiner Titularkirche St. Pietro in vincoli in Rom die letzte Ruhestätte fand. In seinem Testament, dass er am 6. August 1464 abfasste, machte er darüber hinaus das Hospital zu seinem "Universalerben", so dass bis heute die kostbare Bibliothek des Kardinals in Kues zu bewundern ist.

Quellen

Literatur

  • H. Gestrich: Nikolaus von Kues 1401 - 1464. Leben und Werk im Bild, Mainz 1990.    
  • F.-J. Heyen: Nikolaus von Kues, in: Zeugnisse rheinischer Geschichte. Urkunden, Akten und Bilder aus der Geschichte der Rheinlande, Neuss 1982, S. 322 - 324
  • Horizonte. Nikolaus von Kues in seiner Zeit. Eine Ausstellung zur 600. Wiederkehr seines Geburtstages, Trier 2001
  • K. Kremer: Nikolaus von Kues (1401 - 1464). Einer der größten Deutschen des 15. Jahrhunderts, Trier 1999
  • P. Markovic: Nikolaus von Kues - Leben und Werk. Blätter zum Land, Mainz 3. 2000
  • J. Marx: Geschichte des Armen-Hospitals zum h. Nikolaus zu Cues, Trier 1907
  • E. Meuthen: Nikolaus von Kues 1401 - 1464. Skizze einer Biographie, Münster 1976

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