Der 24. Januar 1952. Brand in der Bezirksregierung Koblenz

Am 24. Januar 1952 brach in der Bezirksregierung Koblenz ein Feuer aus. Das Gebäude, das von 1907 bis 1910 gebaut und bis 1945 als Oberpräsidium bzw. von 1947 bis 1950 von der rheinland-pfälzischen Landesregierung genutzt wurde und ab 1950 die Bezirksregierung beherbergte, war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden. Kurz vor der endgültigen Beseitigung der letzten Spuren der Bombenangriffe machte der Ausbruch des Feuers umfangreiche Wiederaufbaumaßnahmen zunichte. Nur durch den Einsatz der Berufsfeuerwehr, die durch zahlreiche freiwillige Wehren und Löschzüge aus benachbarten Orten und Städten unterstützt wurde, war eine weitere Ausbreitung des Feuers und ein Übergriff auf die benachbarten Gebäude zu verhindern.

Gegen 17:00 Uhr brach am Donnerstag, dem 24. Januar 1952 in dem Gebäude der Bezirksregierung Koblenz ein Feuer aus, das sich "mit rasender Geschwindigkeit" über die östlichen und südlichen Gebäudeteile ausbreitete. Das schnell deutlich werdende Ausmaß der Katastrophe machte den Einsatz der gesamten Koblenzer Feuerwehr notwendig. Sie wurde von mehreren Wehren aus den benachbarten größeren Orten unterstützt, die sich mit ihren gesamten Löschzügen zur Verfügung stellten. Die Neuwieder Feuerwehr war durch den "Schein der Flammen", den man kilometerweit sehen konnte, auf den Großbrand aufmerksam geworden und sofort zu Hilfe geeilt. Die Koblenzer Ausgabe der "Rhein-Zeitung" berichtete am 25. Januar über den Brand und die Löscharbeiten: "Etwa eine halbe Stunde nach dem Ausbruch des Feuers trafen die Wehren aus Neuwied und Bendorf an der Brandstelle ein. Der starke Funkenflug gefährdete die angrenzenden Gebäudeteile und vor allem das alliierte Sicherheitsamt im Schloß. Der Stadtkommandant von Koblenz, Oberst Combal, bot deshalb mehreren Pioniereinheiten zur Brandbekämpfung und zur Aufrechterhaltung der Ordnung auf."

Aus dreißig Rohren wurde Wasser in den Brandherd geschleudert. Die nebenstehenden Gebäude versuchten die Feuerwehrmänner mit einem "feinen Sprühregen" vor dem Übergriff der Flammen zu bewahren. Insgesamt wurden 250.000 Liter Wasser für die Löschaktion benötigt. Die "Rhein-Zeitung" vom 25. Januar berichtete hierzu: "Oberbürgermeister Schnorbach, Bürgermeister Rummel und Landrat Jost leiteten den Einsatz der Feuerwehren, deren Arbeiten durch die Verwendung einer neuen 28 m hohen Leiter der Koblenzer Wehr deutlich erleichtert wurde. Polizeiamtmann Harzheim sorgte mit starken Polizeikräften für die Absperrung des Gefahrengebietes. Die deutsche Polizei wurde dabei von der französischen Gendarmerie unterstützt. Natürlich verbreitete sich die Nachricht über das Großfeuer sehr schnell über das gesamte Stadtgebiet, so dass die Löscharbeiten bereits nach kurzer Zeit von "Tausenden Koblenzer Einwohner" beobachtet wurden, die ebenfalls ihre Hilfe anboten.

Das Gebäude, in dem im Jahre 1952 das Feuer ausbrach, war seit 1905 geplant und ab 1907 als Oberpräsidium der Rheinprovinz mit benachbarter Dienstvilla des Oberpräsidenten gebaut worden. Im Herbst 1910 wurde der Bau fertiggestellt und die Verwaltung des Oberpräsidiums konnte ihre Diensträume vom Schloss in den Neubau verlegen. Die Außenfassade des langgestreckten Baus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Residenzschloss der Kurfürsten wurde nach dem Krieg stark vereinfacht wiederhergestellt. Seit der Bildung der rheinland-pfälzischen Landesregierung unter Peter Altmeier im Juli 1947 wurde das Gebäude für die Unterbringung einzelner Ministerien genutzt. Die Staatskanzlei, das Innenministerium und das Justizministerium fanden hier geeignete Räumlichkeiten bis im Jahre 1950 der Umzug der Landesregierung von Koblenz nach Mainz beschlossen wurde. Das freiwerdende ehemalige Oberpräsidium, dessen Kriegsschäden zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend beseitigt worden waren, wurde jetzt der Bezirksregierung Koblenz zur Verfügung gestellt. Am 1. Oktober 1950 konnte der Umzug stattfinden. Durch die Umstrukturierung der Bezirksregierungen in Rheinland-Pfalz ist das Gebäude seit dem 1. Januar 2000 Sitz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord.

Quellen

Literatur

  • F.-J. Heyen: der Regierungsbezirk Koblenz in Verwaltungsstrukturen der rheinischen Lande im 19. und 20. Jahrhundert, Koblenz 1984 (Schriftenreihe der Bezirksregierung Koblenz 4)    
  • H. Köppe (Bearb.): Die Bezirksregierung Koblenz 1945 - 1957. Die Entwicklung und das Geschehen nach 1945, Koblenz 1957
  • U. Liessem: Bauten des 19. Jahrhunderts, in: Geschichte der Stadt Koblenz, Bd. 2. Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart, Koblenz 2000, S. 409 - 450
  • 170 Jahre Bezirksregierung 1816-1986. Führer zur Ausstellung, Koblenz 1986