Der 21. Januar 1354. Tod Balduins von Luxemburg, Kurfürst und Erzbischof von Trier

Als der Erzbischof und Kurfürst von Trier, Balduin von Luxemburg, am 21. Januar 1354 starb, hatte er 46 Jahre ununterbrochen als Landesherr gewirkt und nicht nur das Erzbistum, sondern auch die Reichspolitik deutlich geprägt. Als Bruder Kaiser Heinrichs VII hatte er diesen während seiner Romfahrt begleitet, wovon eine einmalige Bilderchronik, die im Landeshauptarchiv Koblenz verwahrt wird berichtet. Als entscheidender Initiator des Rhenser Kurvereins und eines Weistums von 1338 legte er die Grundlage für eine Weiterentwicklung der Reichsverfassung, was durch seinen Großneffen Karl IV. dessen Wahl zum König ebenfalls nicht unerheblich dem Einfluss Balduins zu verdanken war, fortgeführt wurde.

Der Bruder Kaiser Heinrichs VII. und Großonkel Karls IV. galt schon den Zeitgenossen und gilt seither bis in unsere Tage als einer der großen, einflussreichen, ihre Gegenwart bestimmenden und die Zukunft mitgestaltenden Staatsmänner der ersten Hälfte des an profilierten Gestalten nicht armen 14. Jahrhunderts. In der rheinischen Landesgeschichte ist er bekannt als der eigentliche Schöpfer des Kurstaates Trier und einer der bedeutendsten Kirchenfürsten. Gerne wird die prägnante Formulierung der Limburger Chronik zitiert: Der was ein klein man unde det doch groß werk. Balduin von Luxemburg wurde als jüngstes Kind des Grafen Heinrich von Luxemburg und seiner Gattin Beatrix, Tochter des Grafen Balduin von Avesnes im Jahre 1285 geboren. Neben seinen zwei älteren Brüdern Heinrich und Walram hatte er noch zwei ältere Schwestern, Margareta und Felicitas.

Als jüngster Sohn war Balduin für eine geistliche Karriere vorgesehen und wurde darauf wahrscheinlich seit seinem 14. Lebensjahr mit einem Studium an der Universität von Paris vorbereitet, wo er mit Unterbrechungen mehrere Jahre blieb. Bereits während dieser Zeit konnten die Rahmenbedingungen für seine geistliche Laufbahn festgelegt werden. Schon früh erlangte er Kanonikate in Metz und Trier und wurde vor 1304 zum Dompropst von Trier gewählt. Seit Februar 1305 versuchten ihn die Luxemburger mit dem durch den Tod Gerhard von Eppsteins vakanten Stuhl des Erzbischofs von Mainz auszustatten. Trotz der uneingeschränkten Unterstützung durch seinen Bruder Heinrich konnte Balduin dieses Erzbistum allerdings nicht für sich sichern. Der diplomatisch erfahrenere Peter von Aspelt bekam im November 1306 den Zuschlag. Am 23. November 1307 starb dann aber unerwartet der Trierer Erzbischof Dieter von Nassau und es gelang den Luxemburgern schnell und problemlos eine Entscheidung zugunsten des jungen Balduin zu erreichen. Bereits am 7. Dezember wurde der Zweiundzwanzigjährige durch die Mehrheit des Trierer Domkapitels gewählt und erhielt am 12. Februar 1308 die Bestätigung durch Papst Clemens, der ihn auch am 11. März in Poitiers zum Bischof weihte.

In der berühmten und einmaligen Bilderchronik, die im Landeshauptarchiv Koblenz verwahrt wird, hat Balduin die Ereignisse der Romfahrt und seines Lebens mit dem Bruder Heinrich der Nachwelt hinterlassen. Wahrscheinlich wurde die Chronik um 1340 in Auftrag gegeben und erzählt in 73 Bildern die Geschichte der beiden Brüder von der Bischofsweihe Balduins bis zum Tod Heinrichs. Dieses einmalige Dokument der Reichsgeschichte ist damit zugleich eine unmittelbare Aussage des Menschen Balduin über das, was ihm noch dreißig Jahre später die Jahre mit Heinrich, Margareta und Walram bis hin zur Katastrophe von Buonconvento gewesen sind.

Ab 1341/42 kam es zur Entfremdung zwischen Balduin und König Ludwig. Am 11. Juli 1346 setzte der Trierer Kurfürst die Absetzung Ludwigs und die Wahl seines Großneffen Karl IV. zum deutschen König durch. Karl IV. führte nicht nur die luxemburgische Hausmachtpolitik fort, sondern auch die Reichspolitik seines Onkels, was er in der Goldenen Bulle des Jahres 1356 manifestierte. Sie hat Balduin allerdings nicht mehr mitgestaltet. Er war am 21. Januar 1354 im Alter von 69 Jahren gestorben und hatte damit 46 Jahre ununterbrochen als Erzbischof und Landesherr in Trier gewirkt.

Quellen

Literatur

  • Gesta Baldewini ( Gesta Treviorum, Bd. 2), hg v. J. H. Wittenbach - M.F.J. Müller, 1838, S. 179 - 271
  • Balduin von Luxemburg. Erzbischof von Trier. Kurfürst des Reiches 1285-1354. Katalog zur Landesausstellung in Trier, Koblenz 1985
  • F. Burgard: Balduin von Luxemburg. Erzbischof-Kurfürst, in: Vor-Zeiten. Geschichte in Rheinland-Pfalz, hg. v. D. Lau und F.-J. Heyen, Bd. V, Mainz 1989, S. 33 - 50
  • F.-J. Heyen (Hg.): Kaiser Heinrichs Romfahrt. Die Bilderchronik von Kaiser Heinrich VII. und Kurfürst Balduin von Luxemburg 1308 - 1313, München 1978
  • F.-J. Heyen (Hg.): Balduin von Luxemburg. Erzbischof von Trier, Kurfürst des Reiches. 1285 - 1354. Festschrift aus Anlass des 700. Geburstages, hg. unter Mitwirkung v. J. Mötsch, 1985
  • F.-J. Heyen: Balduin von Luxemburg (1285 - 1354), in: Rheinische Lebensbilder, Bd. 4, 1970, S. 23 - 36
  • W. Schmidt (Bearb.): Kaiser Heinrichs Romfahrt. Zur Inszenierung von Politik in einer Trierer Bilderhandschrift des 14. Jahrhunderts, Mittelrheinische Hefte 21, Koblenz 2000
  • Virtuelle Ausstellung: Kaiser Heinrichs Romfahrt. www.landeshauptarchiv.de