Der 18. April 1953. 100 Jahre Ludwigshafen

Am 18. April 1953 feierte die Stadt Ludwigshafen ihren hundertsten Geburstag mit einem Festakt und zahlreichen Veranstaltungen. Obwohl sich das Datum auf den Beginn der kommunalen Verwaltung bezog - Stadtrechte erhielt der Ort erst im Jahre 1859 - war es eine willkommene Gelegenheit, auf die eindrucksvolle Entwicklung und die besondere Bedeutung der jungen Stadt hinzuweisen. Ludwigshafen hatte sich trotz aller Rückschläge aus einer Befestigungsanlage zu einem blühenden Industriestandort entwickelt, der seit jeher eng mit der chemischen Industrie verbunden war.  

"Ludwigshafen sei eine Stadt ohne Geschichte, behaupten die hohen Nachbarn Worms und Speyer, die es in historischer Hinsicht gut haben. Im Besitz von ein paar tausenden kommt es ihnen auf ein paar hundert Jahre nicht an; besonders nicht auf die letzten, auf die sich Ludwigshafen soeben besinnt. Tatsächlich muß es dem Stadtschreiber schwerfallen, mit den Niebelungen, den Römern, den Judenbädern, mit Rudolf von Habsburg oder mit Martin Luther in Wettbewerb zu treten. Er sieht an seiner Wiege nur den Rhein. Aber der lebensgrüne Strom, haushälterisch als geborener Schweizer, spülte seine Schicksalswogen allzu lange nichtssagend vorbei." Anfang des 17. Jahrhunderts legte der reformierte Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz den Grundstein für die Festung Friedrichsburg und die Stadt Mannheim mit dem linksrheinischen Brückenkopf "Rheinschanze". Hierdurch wurde auch die Grundlage für die Entstehung der Stadt Ludwigshafen geschaffen. Seit 1816 bayerisch entwickelte sich die Siedlung im 19. Jahrhundert als Konkurrenzgründung zum badischen Mannheim zu einem großen Hafen- und Handelsplatz. Im Jahre 1843 erhielt der Ort den Namen Ludwigshafen nach dem bayerischen König Ludwig I.. Am 6. März 1853 konnte der erste Gemeinderat gewählt werden, der schließlich am 15. April 1853 seine Arbeit aufnahm.

"Die Jubelfeier im hundertjährigen Ludwigshafen" bezog sich auf den Beginn der kommunalen Verwaltung in Ludwigshafen. Stadtrechte erhielt das junge Gemeinwesen erst im Jahre 1859, wodurch sich sechs Jahre nach den ersten Jubelfeierlichkeiten ein weiterer Grund zum Feiern ergab. Die Feierlichkeiten im Jahre 1953 waren für das Wochenende vom 18. und 19. April angesetzt und nicht für das eigentliche Jubiläumsdatum 15. April, "um auch den Arbeitern und Angestellten in den Fabriken und Kontoren Gelegenheit zur Teilnahme zu bieten." Die vielseitigen Veranstaltungen wurden am Morgen des 18. April mit einem Festakt im Pfalzbau-Saal begonnen, an dem 400 geladene Festgäste teilnahmen. "An ihrer Spitze konnte Oberbürgermeister Valentin Bauer den Ministerpräsidenten Peter Altmeier als "Landesvater", und Ministerpräsident Dr. Hans Erhard als Vertreter des Landes Bayern, dem Ludwigshafen seine Gründung und Namensgebung verdankt, begrüßen."

Nach Beendigung des Festaktes schloss sich in der festlich geschmückten Stadt, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm zahlreiche Besucher angelockt hatte, ein weiterer Höhepunkt des Jubiläums an. "Am Nachmittag bot sich das farbenfrohe Schauspiel einer Schiffsparade auf dem Rhein, das Zehntausende kilometerweit entlang des Rheines miterlebten. Nichts konnte sinnfälliger die enge Verbindung der jungen Stadt mit dem Rheinstrom verdeutlichen. Den Schlußpunkt unter den festfrohen Tag setzte ein Feuerwerk, ehe die "Stadt der Arbeit" wieder im gewohnten Alltag versank." Eine sehr große Resonanz fand dieses Jubiläum auch in der örtlichen und überregionalen Presse. Die "Rheinpfalz" begleitete die Festveranstaltungen mit einer Sonderausgabe ihrer Zeitung. Die "Jubiläumszeitung" stellte in ausführlichen und sehr informativen Artikeln die unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Aspekte der Entwicklung und Geschichte der Stadt Ludwigshafen dar. Aber auch die "Staatszeitung" und die "Rhein-Zeitung" würdigten das Geburtstagskind mit einer entsprechenden Berichterstattung. Die "Frankfurter Allgemeine" brachte in ihrer Wochenendausgabe vom 18. April ebenfalls eine umfassende Darstellung der Geschichte der Stadt. Mit diesem eindrucksvollen Jubiläumsprogramm wurde nicht nur die enge Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Stadt demonstriert, sondern auch die Bedeutung Ludwigshafens für die Region und das XXX

Quellen

Literatur

  • H. Fischer: Geographische Betrachtung eines "jungen" Landes, in: Beiträge zu 50 jahren Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, hg. von H.-G. Borck. Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland- Pfalz, Bd. 73, Koblenz 1997, S. 535 - 563    
  • Geschichte der Stadt Ludwigshafen, Bd. 1 und 2, Ludwigshafen 2003
  • Landkreis und Stadt Ludwigshafen am Rhein. Handbuch für Verwaltung, Wirtschaft und Kultur, Speyer 1957