Der 16. November 1885. Josef Kentenich, Begründer der Schönstattbewegung wird in Köln geboren

Josef Kentenich wurde am 16. November 1885 geboren. Nachdem er die übliche kirchen- und ordensinterne Ausbildung absolviert hatte, wurde er im Jahre 1918 zum Gründer der Schönstattbewegung. Diese marianische Bewegung innerhalb der katholischen Kirche erreichte unter der Leitung Kentenichs trotz des ersten Weltkrieges, der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und kircheninterner Auseinandersetzungen in den fünfziger und sechziger Jahren eine weltweite Verbreitung und Anerkennung. Der Gründer der Bewegung starb am 15. September 1968 in Schönstatt.

Der Gründer der internationalen Schönstattbewegung innerhalb der katholischen Kirche, Pater Josef Kentenich, wurde am 16. November 1885 in Gymnich bei Köln geboren. Er wuchs zunächst bei seinen Großeltern und schließlich seit 1894 im Waisenhaus auf. Im Jahre 1899 trat er in das Missionsgymnasium der Pallottiner in Ehrenbreitstein bei Koblenz ein. Nach der bestandenen Reifeprüfung verfolgte Kentenich seinen Wunsch Priester zu werden konsequent weiter und begann im Jahre 1904 sein zweijähriges Noviziat im Mutterhaus der Pallottiner in Limburg an der Lahn. Anschließend absolvierte er die ordensinterne Hochschulausbildung und studierte von 1904 bis 1910 Theologie und Philosophie in Limburg, wo er 1909 auch die ewigen Gelübde abgelegt hatte und am 8. Juli 1910 zum Priester geweiht wurde.

Mit dem Neuanfang nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus begann sich die Schönstattbewegung zunehmend auch international auszubreiten. Ab November 1945 war Kentenich aus diesem Grund sehr häufig im Ausland. Im Jahr 1951 führten Gegensätze mit der Amtskirche nach einer Visitation zu einer Auseinandersetzung, in der dem Gründer der Schönstattbewegung der Rücktritt von der Leitung nahegelegt wurde. Da er sich weigerte, wurde er aller seiner Ämter enthoben und von seinem Werk getrennt. Im Januar 1952 wurde ihm Milwaukee in den USA als Aufenthaltsort zugewiesen. Hier entstanden zahlreiche Veröffentlichungen und Abhandlungen zu aktuellen Frage des kirchlichen Lebens. Darüber hinaus war Kentenich seit Frühjahr 1959 Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken in Milwaukee. Am 22. Oktober 1965 wurde er schließlich durch Papst Paul VI. rehabilitiert und wieder in seine Ämter eingesetzt. Weihnachten 1965 kehrte der 80-Jährige Nach Schönstatt zurück und widmete sich noch drei Jahre lang der Leitung und Verbreitung des mittlerweile weltweiten Schönstattwerkes.

Am Sonntag, den 15. September 1968, dem Fest der Sieben Schmerzen Mariens, las Kentenich zum ersten Mal die heilige Messe in der neuerbauten Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Kurz darauf starb der Gründer und langjährige Leiter der Schönstattbewegung. In der von ihm erbauten Anbetungskirche wurde er beigesetzt. Am 10. Februar 1975 wurde der Seligsprechungsprozess für ihn eröffnet. Die Bedeutung der Bewegung ist bis heute ungebrochen. Insgesamt suchen jedes Jahr rund 80.000 Pilger die Anbetungskappelle in Schönstatt auf. Weltweit gibt es etwa 8 Millionen Menschen, die mit den unterschiedlichen Organisationsformen der Schönstattbewegung verbunden sind.

Quellen

Literatur

  •  G.M. Boll, L. Penners (Hg.): Integration - Herausforderung an eine Kultur des dritten Jahrtausends. Interdisziplinäres Symposion aus Anlaß des 100 Geburstags Pater Josef Kentenichs, 1986
  • Ch. Friedmann: Gottes sanfter Rebell, München 2005
  • K.-H. Mangedodt: Erste Begegnung mit Pater Josef Kentenich, 1984
  • K.-H. Mangedodt, G. Pollak, J. Schmiedl: In seinem Herzen ein Feuer. Joseph Kentenich 1885 - 1965. Eine Bildbiographie, 1999
  • J. Schmiedl: Josef Kentenich (1885 - 1968), in: Rheinische Lebensbilder, Bd. 14, Köln 1994, S. 233 - 249