Der 12. April 1953. Das Bild des Bundeslandes Rheinland-Pfalz in der Staatszeitung

Die "Staatszeitung" vom 12. April 1953 zeichnete ein überwiegend positives Bild von der Entwicklung des jungen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Arbeitslosenzahlen nahmen weiter ab. Der Fremdenverkehr, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, konnte ebenfalls eine gute Prognose geben. Obwohl in diesem Bereich ein deutlicher Strukturwandel bemerkbar war, der zu einer Erhöhung der Tages- und Zelttouristen führte, war die Zufriedenheit über die steigenden Besucherzahlen aus dem In- und Ausland groß. Die Situation des Feuerwehrwesens und die notwendigen Verbesserungen in Ausrüstung und Ausbildung sowie die Geschichte der Vertretung des Landes beim Bund waren weitere Schwerpunkte.  

Es waren die Arbeitslosenzahlen des jungen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, die am 12. April 1953 einen wichtigen Aspekt in der Berichterstattung der "Staatszeitung", des Staatsanzeigers für Rheinland-Pfalz bildeten. Das Sozialministerium gab bekannt, dass am 31. März insgesamt 49.850 Arbeitslosen, 37.787 Männer und 12.063 Frauen gezählt worden waren. Dies bedeutete eine Abnahme von 43.886 gegenüber den Zahlen vom Februar. "Die Zahl der Arbeitslosenunterstützungsempfänger betrug am 31. März 20.931, 15.778 Männer und 5.153 Frauen. Sie hat sich nach dem Stand vom 28. Februar um 35.005 vermindert. ... Der durch die günstige Witterung herbeigeführte weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit im März ist hauptsächlich auf die Wiederbelebung der Außenberufe, namentlich auf die Einstellung von Bauarbeitern zurückzuführen. Daraus ergibt sich der hohe Anteil der männlichen Arbeitskräfte der Gesamtabnahme der Arbeitslosen." Allerdings entwickelten sich die Arbeitslosenzahlen nicht nur in Rheinland-Pfalz so positiv sondern auch im gesamten Bundesgebiet. Die "Staatzeitung" berichtete über eine Mitteilung des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet sank in der zweiten Märzhälfte um 143.000 auf 1.392.800. "Mit dem Rückgang um 417.800 wird die Abnahme im März jedes vorhergehenden Jahres seit 1949 erheblich übertroffen."

Positives hatte die "Staatszeitung" auch über das "Feuerwehrwesen" zu berichten. Eine Dienstbesprechung der Kreisbrandinspekteure in Mainz hatte ergeben, dass die Bilanz des "Brandabwehrdienstes" sehr erfreulich aussah. Die Erfolge bei der Brandbekämpfung konnten sich auch im Vergleich mit anderen Bundesländern sehen lassen, "was sicherlich der Einsatzbereitschaft und Schlagkraft unserer Wehren zu danken ist." Vor allem wurde der deutliche Mitgliederzuwachs, die Überwindung des "ohne mich" Standpunktes gelobt, sowie die in früheren Jahren als sehr problematisch aufgefallene Interessenlosigkeit der Gemeinden an ihren Wehren. Trotz dieses allgemeinen Aufschwungs kamen allerdings auch verschiedene Mängel zur Sprache, die die Arbeit der Wehrleute in Rheinland-Pfalz immer wieder erschwerten. "Klagen sind im besonderen geäußert worden wegen ungenügender Löschwasserverhältnisse, wegen unzureichender Alarmierung durch Signalhörner anstatt Sirenen, wegen zu starker Verjüngung einzelner Feuerwehren sowie schließlich wegen der Ausrüstung nur mit alten Handdruckspritzen, wobei im übrigen vermerkt wurde, daß bei solchen unzeitgemäß ausgestatteten Wehren die Männer einfach nicht mehr zu den Übungen antreten wollen." Das Landesamt für Brandschutz sagte eine zügige Beseitigung dieser Mängel zu und betonte gleichzeitig die Bemühungen um eine Intensivierung der Aus- und Weiterbildung, die insbesondere für die jüngeren Feuerwehrleute von besonderer Bedeutung sei.

Einen weiteren Schwerpunkt in der "Staatszeitung" des 12. April 1953 bildete ein ausführlicher Bericht über die Vertretung des Landes beim Bund. Der Ursprung dieser Vertretung liegt in der Zeit des Zweizonenwirtschaftsrates, der von den Landtagen der sogenannten "Bizone" gewählt worden war und sich am 25. Juni 1947 in Frankfurt konstituierte. "Rheinland-Pfalz gehörte - wie die übrigen Länder der französischen Zone - nicht zum Vereinigten Wirtschaftsgebiet. Es hatte jedoch ein entscheidendes Interesse daran, an der Entwicklung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes teilzunehmen und sich über alle Vorgänge in Frankfurt genauestens zu unterrichten, um allmählich eine Angleichung der rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse auf den einzelnen Fachgebieten zu erreichen." Dementsprechend wurde am 1. Oktober 1948 eine "Verbindungsstelle Rheinland-Pfalz" in Frankfurt geschaffen. Mit der Gründung der Bundesrepublik wurde diese Verbindungsstelle im September 1949 von Frankfurt nach Bonn verlegt und in ihren Befugnissen weiter ausgebaut. Seit September 1952 war die Vertretung in dem Landeshaus in der Schedestraße repräsentativ untergebracht und vertrat von hieraus die Interessen des Bundeslandes beim Bund.

Quellen

Literatur

  • Ch. Becker: Die Entwicklung des Fremdenverkehrs, in: Beiträge zu 50 Jahren Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, hg. v. H.-G. Borck. (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Bd. 73), Koblenz 1997, S. 293 - 313
  • B. Dorfey: Stationen, Determinanten und Ausmaß der Konsolidierung des Landes, in: Beiträge zu 50 Jahren Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, hg. von H.-G. Borck. (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Bd. 73), Koblenz 1997, S. 89 - 113
  • H. Mathy: 50 Jahre. Ein Querschnitt durch die Geschichte, in: Beiträge zu 50 Jahren Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Koblenz 1997, S. 23 - 60    
  • Rheinland-Pfalz. Heute und Morgen. Hg. im Auftrag der Pressestelle der Staatskanzlei, Mainz 1984
  • Rheinland-Pfalz entsteht. Beiträge zu den Anfängen des Landes Rheinland-Pfalz, hg. v. F.-J. Heyen, Boppard 1984