Der 10. Juni 1190. Kaiser Friedrich Barbarossa ertrinkt im Fluß Saleph

Im Jahre 1190 ertrank Friedrich Barbarossa während des dritten Kreuzzuges in dem Fluss Saleph in Anatolien. Kaiser Friedrichs I. Politik zielte auf eine umfangreiche Erneuerung der kaiserlichen Autorität im Reich. Anders als in Italien, wo seine Bemühungen um eine unumstrittene kaiserliche Herrschaft weitgehend scheiterten, gelang ihm in Deutschland ein Ausbau des territorialen Einflusses auch wenn er den Dualismus zwischen Welfen und Staufern letztendlich nicht vollständig überwinden konnte. Als einer der volkstümlichsten Kaiser des Mittelalters ranken sich um Barbarossa zahlreiche Legenden, die ihn vor allem als Reichsretter und -erneuerer stilisieren.  

"Bei Friedrich I. spüren wir zum ersten Mal in der deutschen Geschichte den lebendigen Odem einer großen Persönlichkeit. Es fehlt viel daran, dass wir uns schmeicheln dürften, ihn als Menschen und Charakter zu kennen. Auch sein Bild soviel auch die Zeitgenossen von ihm erzählen, ist kein farbiges Gemälde, kaum eine Zeichnung in flüchtigen Umrissen. Aber dass man es mit einem überragenden Manne, einem Herrscher von seltenem Können und Wollen zu tun hat, das lehrt jede Seite seiner Geschichte, das lehren seine Taten ebenso wie die Urteile seiner Zeitgenossen." (Haller)

Maßgeblich für seine Wahl dürfte neben der Verteilung von Ämtern und Titeln auch die Tatsache gewesen sein, dass Friedrich den beiden verfeindeten Häusern Staufern und Welfen entstammte und dadurch als geeignete Persönlichkeit angesehen wurde, diesen Konflikt zu lösen. Und tatsächlich konzentrierte sich Friedrich nach der Machtübernahme zunächst auf die Befriedung und Konsolidierung des Reichs. Auf dem Würzburger Reichstag im Oktober 1152 verkündete der junge König einen Landfrieden und erreichte einen vorläufigen Ausgleich zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen, dem Herzog von Sachsen, und dem Markgrafen von Sachsen, Albrecht. Gleichzeitig legte er den Termin für die geplante Romfahrt fest und wählte dafür den Herbst 1154. Dass er diesen späten Termin festlegte, deutete daraufhin, das die innenpolitischen Vorhaben bis zu diesem Termin weiter intensiviert werden sollte. Dementsprechend legte Friedrich im Jahr 1153 im Vertrag von Konstanz mit Papst Eugen III. die Bedingungen seiner Kaiserkrönung fest, erreichte die Annullierung seiner kinderlosen Ehe mit Adele unter dem Vorwand zu naher Verwandtschaft und leitete die Rückgabe des bayerischen Herzogtums an Heinrich den Löwen ein, wodurch er den staufisch-welfischen Konflikt vorläufig beilegte.

Friedrichs erste Romfahrt gipfelte in der Kaiserkrönung am 18. Juni 1155, die von Eugens Nachfolger, Papst Hadrian IV., durchgeführt wurde. Wenig später kam es zum offenen Bruch mit dem Papst, da Friedrich die Gleichberechtigung von Kaisertum und Papsttum betonte, das sich in der jetzt erstmals auftretenden Formel vom "Heiligen Reich" manifestierte. Im Jahre 1156 heiratete Friedrich Beatrix von Burgund, was ihm neben wichtigen Besitzungen in Burgund und insgesamt zehn Kindern, im Jahre 1178 auch die Krone des Königreichs Burgund einbrachte. Die folgenden Jahre waren vor allem von der Italienpolitik des Kaisers geprägt. Mit seinen insgesamt sechs Italienzügen versuchte Friedrich die unumstrittene Herrschaft über Reichsitalien und insbesondere über die lombardischen Städte zu erreichen. Nach anfänglichen Erfolgen scheiterte Friedrich an dem entschiedenen Widerstand der vereinigten oberitalienischen Städte. Ebenso erfolglos war sein Versuch, das im Jahre 1159 ausgebrochene Papstschisma zugunsten Papst Viktors IV., bzw. der ihm folgenden Gegenpäpste zu entscheiden. Im Frieden von Venedig 1177 söhnte sich Friedrich mit Alexander III. aus und beendete die Kampfhandlungen. Im Jahre 1183 folgte der Konstanzer Vertrag, der den Frieden mit dem Lombardenbund regelte.

Quellen

Literatur

  • G. Bönnen: Zur Bedeutung der Stadt Worms für Friedrich Barnarossa. Dombau, Bruderschaft und Freiheitsprivileg, in: Kunst der Stauferzeit im Rheinland und in Italien. Akten der 2. Landauer Staufertagung 25 - 27. Juni 1999, Speyer 2003, S. 103 - 119    
  • J. Haller: Die Epochen der deutschen Geschichte, Stuttgart/Berlin 1928
  • A. Haverkamp (Hg.): Friedrich Barbarossa. Handlungsspielräume und Wirkungsweisen des staufischen Kaisers. Vorträge und Forschungen, Bd. XL, Sigmaringen 1992
  • J. Laudage: Alexander III. und Friedrich Barbarossa. Forschungen zu Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 16, Köln 1997
  • F. Opll: Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas (1152 - 1190), Wien, Köln 1978
  • K. Scherer: Kaiserslautern - Porträt einer Barbarossastadt, in: Vor-Zeiten. Geschichte in Rheinland-Pfalz, Bd. 3, Mainz 1987, S. 87 - 114